Freitag, 16. Oktober 2009

eBooks und was da allgemein falsch läuft

Ich wollte schon lange mal einen kurzen Artikel zum Thema schreiben. Ich bin ja schon seit Jahren ein glühender Verfechter des eBooks und habe in den letzten beiden Jahren diverse Versuche unternommen um elektronisch Bücher zu lesen.

Zunächst ist das offensichtlich der PC. Aber das Feeling war weit von einem Buch entfernt, da der Monitor dann doch relativ unbeweglich ist. Für mal auf die Couch legen und lesen ist das nichts. Dann kam irgendwann mein Cellphone aber dort scheiterte ich am notwendigen eBook-Reader. Keiner bot die Funktionalität einfach PDFs oder epubs auf dem Screen zu bringen. Mit dem Aufkommen des iPhones und iPod Touch gab es dann auf einmal Alternativen, wie zum Beispiel Stanza. Das entsprach schon eher meinen Wunschvorstellungen. Aber die Laufzeit des Akkus war zu kurz und aktiv Hintergrundbeleuchtete Screens schaue ich jeden Tag mehrere Stunden an.

Anfang des Jahres hatte Sony endlich ein Einsehen mit mir und hat den PRS-505 in Deutschland auf dem Markt geworfen. eInk Display.  Nahezu identisch zum Lesevergnügen, wie mit einem Buch. Tut mir leid für all die anderen eBook-Reader-Hersteller, ich habe jetzt bereits die für mich perfekte Variante gefunden. Kein unnötiger Schnickschnack sondern reines pures Lesevergnügen. Einziges Manko ist die fehlende Suchfunktionalität. Wozu brauche ich Touchscreen und irgendwelche Funkantennen in dem Ding.

Trotzdem bin ich noch nicht zu frieden. Irgendwie möchte nämlich niemand mein Geld haben. Die Verlage machen zur Zeit die gleichen Fehler, wie die Musikindustrie. Die Kosten für ein digitales Buch liegen meistens im Bereich der teuersten  Print-Edition und dass obwohl kein Geld mehr für Lagerung, Logistik und Verkauf anfällt.

Mir fehlt irgendwie eine art iTunes Store für Bücher. Extrem einfach zu beziehende Dateien in einem quasi Standardformat. Ich hoffe, dass es wirklich nur noch eine Frage der Zeit ist, dass entweder Google oder Apple so eine Möglichkeit bieten.
Etablierte Bestsellerautoren erhalten für jedes verkaufte Buch zehn bis fünfzehn Prozent des Ladenpreises sowie ein Garantiehonorar von mehreren Zehntausend, manchmal mehreren Hunderttausend Euro.  Die Zeit
Durch den Vertriebsweg eBook und online eBook Store könnte das nochmal verbessert werden. Apple nimmt eine Pauschale von 30% für den appstore für die Infrastruktur Bereitstellung und Abwicklung des Payments. Ohne jetzt gross nachzurechnen 10% - 15% im Gegensatz zu 70%? Es würde sich definitiv für Autoren lohnen.

Die Entwicklung wird dorthin gehen. Die Frage ist nur wie lange ich noch warten muss. Technologisch ist das ganze ein Witz. Allein der Wille fehlt.

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