Ok. Das ist jetzt der offiziell erste Eintrag der Reise. Ein bisschen blöd, dass man in FFM Flughafen kein gratis WLAN hat. Deswegen wird dieser Post erst auf den Philippinen erscheinen.
Ich habe mein Gepäck eingecheckt und bin erstaunt, wie stressfrei es mittlerweile geworden ist, ein Ticket über das Internet zu kaufen und dann einfach nur noch das Gepäck abzugeben. Ich bin übrigens bei knapp 13 Kilogramm ohne Handgepäck und die schweren warmen Klamotten, die ich jetzt noch anhabe.
Das erste Highlight dieser Reise ist die Molekularbiologin, die im Zug neben mir sass. Sie wollte Ihren Mann vom Flughafen abholen, der in der gleichen Branche arbeitet und grade von einem Trip aus Nigeria zurückkommt. Der Typ hat durch seine Arbeit soviele Meilen gesammelt, dass er irgendwie vier Gratisflüge nach Südafrika bekommen könnte. Ist aber auch kein Wunder, wenn man in fünf Wochen zweimal nach Nigeria, einmal nach Peru und einmal nach Kolumbien fliegt. Auf meine Frage, wie er denn mit dem Jet-Lag und der ständigen Umstellung Klima- und Zeitzonen umgeht beziehungsweise zurecht kommt, konnte sie mir auch keine Antwort geben.
Interessant fand ich auch, dass es gar nicht soviele TBC Forscher oder Laboranten usw. gibt, so dass es eine relativ kleine Gruppe mit vielen internationalen Kontakten ist. Sie hat jedenfalls Freunde in aller Welt und ist sogut wie überall schon gewesen.
Ich habe eine ganze Menge über Tuberkulose gelernt, was mir vorher noch nicht so bewusst war. Die Zahlen sind alle ohne Quelle und Gewähr: Zum Beispiel sterben jährlich 1,7 Millionen Menschen an TBC. Eine Behandlung kostet in Entwicklungsländern ca. 100 Euro im Monat und dauert in der Regel 6 Monate. In Deutschland gibt es wohl so 6000 Fälle im Jahr, von denen nur knapp die Hälfte eingeschleppt ist.
TBC ist neben HIV und Malaria eine sehr weit verbreitete Krankheit, die bisher sehr stark ignoriert wird und für die es bisher keine Impfstoffe gibt. Die Gates-Stiftung (jo, M$-Gründer Billys seine) hat sich auf die Fahnen geschrieben für diese nicht Mode-Krankheiten die Forschung voranzutreiben. Bemerkenswert hierbei ist, dass vorher so gut wie keine Arbeit auf dem Gebiet passiert ist. TBC ist eine Armenkrankheit und durch die Ausrottung hier in der "1. Welt" hat kaum jemand Interesse an der Behebung der Misstände. Man vergleiche nur mal TBC mit dem Aufwand den hier die Schweinekrippe verursacht.
Ich sollte mich übrigens nicht bei langen Überlandfahrten in einem Bus neben eine Person setzen, die ständig hustet. Jedenfalls wenn es keine Luftzirkulation gibt.
Ein anderes Thema, das wir angesprochen haben ist die Arbeit der Bio-Informatiker. Eigentlich können die nicht wirklich mehr als normale Informatiker, was ich so rausgehört habe ist, dass der Bio-Anteil auch bei einem Training-on-the-Job, einfach anzueignen ist. Bin gespannt, ob ich demnächst irgendwelche Hassmails von Bindestrich-Informatikern bekomme. Ich befinde mich ja immmer noch auf der Quest nach was Sinnvollem als Job. Diagnostik-Software zu schreiben klingt wie ein sehr interessantes Aufgabenfeld und man kann Menschen helfen, die es wirklich notwendig haben. Bevor jetzt einer meiner Ex-Kollegen einen an sich kriegt: Was ist sinnvoller? Dokumente erzeugen, (abstrakte) Dinge verkaufen oder Krankheiten heilen?
Aber wer will jetzt schon an Arbeit denken. Gleich geht es los.
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